Atlanta, Oklahoma City, Los Angeles, Boston, Houston, Toronto, Brooklyn, Golden State, Detroit, Sacramento, Cleveland – und jetzt Charlotte. Dennis Schröders NBA-Reise ist außergewöhnlich. Wir schauen auf seine Stationen, die Entwicklung seiner NBA-2K-Ratings und die Frage, ob ausgerechnet Charlotte längerfristig passen könnte.
Von Cleveland nach Charlotte: Schröder zieht wieder weiter.
Dennis Schröder steht vor dem nächsten Kapitel seiner außergewöhnlichen NBA-Karriere. Die Charlotte Hornets holen den deutschen Point Guard von den Cleveland Cavaliers. Im Gegenzug wechselt Tre Mann nach Cleveland.
Charlotte wird damit Schröders zwölftes unterschiedliches NBA-Team. Seit seinem Einstieg in die Liga im Jahr 2013 hat kaum ein aktiver Spieler so viele verschiedene Umkleidekabinen, Systeme und Rollen erlebt.
Dabei erzählt die reine Zahl der Teams nur einen Teil der Geschichte. Schröder war Starter, Sixth Man, primärer Ballhandler, Veteran von der Bank und immer wieder kurzfristige Verstärkung für ambitionierte Teams. Seine Karriere zeigt damit auch, wie schnell sich der Wert eines Guards in der modernen NBA verändern kann.
Einige Stationen entstanden durch Trades, andere durch Free Agency. Auch seine beiden Lakers-Aufenthalte zählen nur als eine Franchise. Charlotte wäre seine zwölfte unterschiedliche NBA-Franchise.
Von Atlanta bis Charlotte: Schröders NBA-Reise.
Atlanta Hawks
Der Start. Atlanta wählt Schröder 2013 an Position 17 des NBA-Drafts. Aus dem jungen Guard aus Braunschweig wird über fünf Jahre ein NBA-Starter.
Oklahoma City Thunder
In Oklahoma City entwickelt sich Schröder zu einem der stärksten Bankspieler der Liga und erreicht 2020 den zweiten Platz bei der Wahl zum Sixth Man of the Year.
Los Angeles Lakers
Die erste Lakers-Phase bringt eine größere Rolle und deutlich mehr Aufmerksamkeit – aber keine langfristige Verbindung.
Boston Celtics
Schröder unterschreibt in Boston, bleibt aber nur einen Teil der Saison.
Houston Rockets
Boston tradet Schröder während der Saison nach Houston. Die Station bleibt kurz.
Los Angeles Lakers – Rückkehr
Schröder kehrt nach Los Angeles zurück und erreicht mit den Lakers die Western Conference Finals.
Toronto Raptors
In Toronto beginnt das nächste Kapitel – erneut mit einer größeren Rolle als Ballhandler.
Brooklyn Nets
Während der Saison geht es von Toronto nach Brooklyn.
Golden State Warriors
Golden State holt Schröder im Dezember 2024. Die Verbindung hält nur wenige Wochen.
Detroit Pistons
Im Rahmen eines großen Multi-Team-Trades landet Schröder in Detroit.
Sacramento Kings
Im Sommer 2025 folgt Sacramento. Auch dort wird Schröder später Teil eines weiteren Trades.
Cleveland Cavaliers
Cleveland wird die nächste Station. Über Sacramento und Cleveland kommt Schröder in der Saison 2025/26 auf 10,8 Punkte und 4,9 Assists pro Spiel.
Charlotte Hornets
Das nächste Kapitel. Mit einem Einsatz für Charlotte würde Schröder für seine zwölfte unterschiedliche NBA-Franchise auflaufen.
Vom Rookie zum 81er: Schröders 2K-Rating-Kurve.
Parallel zur NBA-Karriere lässt sich Schröders Entwicklung auch über seine dokumentierten Ratings in den einzelnen NBA-2K-Ausgaben verfolgen. Vom niedrigen Rookie-Rating ging es innerhalb weniger Jahre bis auf 81 OVR.
Diesen Wert erreichte Schröder in den dokumentierten Rating-Verläufen für NBA 2K17, NBA 2K18 und NBA 2K20. Besonders interessant: Seine starke Zeit als Sixth Man in Oklahoma City brachte ihn noch einmal zurück auf sein bisheriges 2K-Maximum.
Nur Ish Smith war noch häufiger unterwegs.
Wer die meisten unterschiedlichen NBA-Franchises sucht, landet bei einem Namen ganz oben: Ish Smith. Der Point Guard absolvierte Spiele für 13 verschiedene NBA-Teams.
Dahinter folgt eine kleine Gruppe von Spielern mit zwölf Franchises. Schröder stößt zu dieser Gruppe, sobald er erstmals für Charlotte in einem NBA-Spiel eingesetzt wird.
Warum wird Schröder so häufig weitergereicht?
Zwölf Teams können auf den ersten Blick wie ein negatives Karriereurteil wirken. Bei Schröder greift diese Erklärung allerdings zu kurz. Seine lange NBA-Karriere zeigt vielmehr, dass Teams immer wieder einen konkreten Nutzen in seinem Spiel sehen.
Schröder kann Tempo erzeugen, Pick-and-Rolls organisieren, den Ball selbst nach vorne bringen und über längere Phasen eine zweite Unit führen. Genau diese Fähigkeiten machen einen erfahrenen Point Guard für viele Teams interessant.
Gleichzeitig liegt darin ein Teil des Problems. Schröder ist gut genug, um für ambitionierte Teams relevant zu sein, aber nicht der Superstar, um den eine Franchise ihren gesamten Kader baut. Ändern sich Salary Cap, Rotation oder sportliche Richtung, wird ein Veteran mit einem handelbaren Vertrag schnell Bestandteil eines Trades.
Seine vielen Stationen sind deshalb nicht nur ein Zeichen fehlender Kontinuität. Sie zeigen auch, dass Schröder seit mehr als einem Jahrzehnt einen Platz in der stärksten Basketballliga der Welt behauptet.
Kann Charlotte endlich länger passen?
Sportlich könnte Charlotte besser zu Schröder passen, als die reine Tabellenposition vermuten lässt.
Für Schröder dürfte vor allem seine Rolle entscheidend sein. Ein Team mit jungen Spielern kann stärker von seiner Erfahrung, seinem Ballhandling und seiner Fähigkeit profitieren, eine zweite Formation zu organisieren.
Dazu kommt ein vertrautes Gesicht: Hornets-Coach Charles Lee kennt Schröder bereits aus gemeinsamen Jahren in Atlanta. Eine vorhandene Beziehung zwischen Trainer und Spieler kann gerade für einen Veteranen helfen, schneller eine klare Rolle zu finden.
Charlotte ist deshalb vielleicht nicht die glamouröseste Station seiner Karriere – könnte aber eine der logischeren sein. Schröder muss dort nicht zwangsläufig der Star sein. Interessanter ist, ob er als erfahrener Guard eine stabile Rolle zwischen Führung, Tempo und Bankproduktion bekommt.
Ein Team fehlt zum alleinigen NBA-Rekord.
Dennis Schröders Karriere verlief alles andere als gewöhnlich. Vom 69er-Rookie in NBA 2K14 entwickelte er sich zum 81-OVR-Spieler, WM- und Europameister mit Deutschland und zu einem Guard, der sich über mehr als ein Jahrzehnt in der NBA behauptet hat.
Charlotte eröffnet nun das nächste Kapitel. Nach seinem ersten Einsatz für die Hornets würde Schröder zu den Spielern gehören, die für zwölf verschiedene NBA-Franchises aufgelaufen sind. Nur Ish Smith liegt mit 13 noch davor.
Ob Charlotte diesmal länger hält, wissen wir noch nicht. Aber vielleicht ist genau das inzwischen der spannendste Teil der Geschichte: Bei Dennis Schröder ist der nächste Karriereschritt selten vorhersehbar.
